Vortrag zum Jubiläumsjahr 1150. Todestag von Ludwig dem Deutschen: Was ist „deutsch“?

UNESCO-Welterbe Kloster Lorsch - Museumszentrum - Nibelungenstraße 35, 64653 Lorsch(103 m über NN)

Sprache:

languages.venus:germane Flagge

Besonders geeignet für:

Vortrag im Kloster Lorsch von Prof. Dr. Wolfgang Haubrichs

Was haben italienisch tedesco, rumantsch tudesg, nordfranzösisch thiéois, lothringisch tiche, luxemburgisch dietsch und englisch dutch gemeinsam?

Sie stammen alle von einem wohl zu Zeiten Karls des Großen von Gelehrten aus einheimischen Sprachmaterial gebastelten, ja erfundenen Wort ab, das in lateinischer Form theudiscus, theodiscus hieß. Es klingt so ähnlich wie unser heutiges Wort deutsch, bezeichnete aber zunächst ein Phänomen von viel größerer Reichweite, nämlich alle Sprachen im riesigen karolingischen Imperium, das von Barcelona bis Wien und Magdeburg und von Hamburg bis Rom und Marseille reichte, die nicht lateinischer (oder auch slawischer) Abkunft waren, und dazu noch einige Sprachen, die außerhalb dieses Raumes lebten, wie das in viele Dialekte zersplitterte alte Englisch auf den britischen Inseln und das Altnordische, die Sprache der Wikinger und Normannen in Skandinavien, oder auch Sprachen wie das ausgestorbene Gotische, das schon im 4. Jahrhundert über eine volkssprachige Bibelübersetzung, die Bibel des gotischen Bischofs Wulfila verfügte, oder wie das auf dem Boden Norditaliens 250 Jahre blühende, mit dem Bairischen und Alemannischen verwandte Langobardische, bevor es am Ende des 8. Jahrhunderts ausstarb bzw. mit vielen Lehnwörtern im Italienischen und seinen Dialekten aufging. Zu dieser semantischen Reichweite war das Wort *theodisk, dütsch, duutsch aber auch gut geeignet, denn es bedeutete anfangs nichts Anderes als ‚zum Volk gehörig‘, ‚Sprache des Volkes‘ – eben nicht Latein.

Erst im Laufe des hohen Mittelalters verengte sich die Bedeutung des Wortes allmählich auf die Sprachen des engeren ‚deutschen‘ Raumes, des Lebensraumes der Baiern, Alemannen oder Schwaben, der Thüringer, Sachsen, Franken, die allmählich zusammenwuchsen, aber erst in der Neuzeit – man könnte sagen, ab den Tagen Martin Luthers – eine gemeinsame Dachsprache fanden, wobei der Begriff ‚Deutsch‘ aber begrifflich noch lange weit reichte und das Niederländisch/Flämische ebenso einschloss wie das Niederdeutsche und das Friesische. Deutsch ist ein komplexer, nur über sein historisches Werden begreifbarer Begriff.

Altersstufe: Erwachsene

Preis: kostenfrei, eine Spende wird erbeten

Nächste Termine

Fr.

20

Feb. 2026

18:00 Uhr bis 19:00  Uhr

Eintritt frei! Eine Spende wird erbeten!

UNESCO-Welterbe Kloster Lorsch

Veranstalter

Nibelungenstr. 32, 64653 Lorsch

+49 6251 869200

buchung@kloster-lorsch.de

https://www.kloster-lorsch.de

Bitte beachten Sie: Das Gelände des UNESCO-Welterbes Kloster Lorsch ist nur fußläufig zu erreichen. An der Kreuzung Nibelungenstraße/Klosterstraße befinden sich PKW-Stellplätze. Weitere Stellplätze sind auf dem Karolingerplatz (direkt vor der Klostermauer), sowie in der Odenwaldallee ausgewiesen.

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